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aktualita CS CONCEPTUAL ART OF THE 70s11|10|2017 - 13|01|2018
FAIT Gallery, Ve Vaňkovce 2, Brno, Czech Republic

The exhibition focuses on monitoring trends that have been applied to the art of ideas, records, projects and events. It will present various forms of conceptual work with drawings and photographs as well as the status of the concept devoted to the relation of the script and the image, or it will also focus on futuristic, action and environmental projects. 

ML

Flash installation in Museumm of Contemporary Art in Prague at 1993 / To the Earth

Sejns Erlebnisse und Erfahrungen in der Natur sind sehr verschiedenartig. Aus diesem Grund sucht er nach Möglichkeiten, die vielen Aspekte seiner Wahrnehmungen der Natur in die Kunst umzusetzen und eine entsprechende bildnerische Sprache dafür zu finden. In den letzten fünf Jahren erweiterte er permanent seine künstlerische Ausdrucksweise der Transformation seiner Naturerfahrungen in Kunst: Durch Installationen, Videoarbeiten, Prozeß-Zeichnungen und Performance. Seit dem Anfang der neunziger Jahre verwendet Milos Sejn für seine Installationen neue Materialien, die er in neuen Zusammenhängen präsentiert. In „Von Erde zur Erde“ (1991) benutzt er dünne Glasscheiben, die auf Kalksteinen aus der Höhle Pekárna liegen. Die Härte und Zerbrechlichkeit, die Spannung zwischen zwei verschiedenen Materialien wird hier thematisiert. In der Klanginstallation ··Siebzehn Punkte·c (1991) konfrontiert er ein industrielles Erzeugnis mit Naturmaterial: Schalen aus Stahl mit weißem Sand. In der Lichtinstallation „ML“ (1993) erhellt Sejn pures Naturpigment, das im Kreis auf dem Boden verteilt ist, mit kurz aufleuchtenden Blitzen, um optische Täuschungen und Effekte zu erreichen. Oder er färbt in seiner Arbeit „Turrells psychischer Komplex“ (1993) neunzig Schiefersteine mit ultramariner Farbe und befestigt sie an einzelnen Punkten der Deckenbeleuchtung einer Galerie. In allen diesen Installationen geht es Sejn nicht mehr um eine direkte Wirkung der Natur oder ihre Übertragung ins Galeriemilieu. Sejn läßt sich hier auf eine Konfrontation zwischen verschiedenen Materialien, verschiedenen Medien ein und konfrontiert Natur und Technik, Natur und Kultur. Zwei Videoarbeiten aus dem Jahre 1993 sind direkte Aufzeichnungen der Natur. In „Der Weg durch den Bach Javoøí“ bekommt man einen unmittelbaren Eindruck von einer seiner Wanderungen. Die Kamera, die er in der herunterhängenden Hand hält, begleitet seinen Gang. Durch die ständigen Bewegungen der Hand entstehen im schnellen Wechsel ungewöhnliche Zusammenhänge aus ungewöhnlichen Sichtweisen. In seinem zweiten Video „Spiegelung· bilden Sonnenstrahlen Linien und
Formen auf der Wasseroberfläche. Schnell werden sie von neuen und wieder neuen Strahlen überdeckt. Es ist eine ständige Bewegung, die auch eine akustische Gestalt hat. Kurze aggressive Töne entsprechen den Energien, die auf die Oberfläche mit Intensität aufprallen und blitzschnell reflektiert werden. Die Augen und die Nerven werden durch die Bewegung und durch die Töne permanent gereizt.

Extract from text by Simona Mehnert, Berlin, 1995


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